Datenschutzkonforme Use-Cases für intelligente Videoauswertung im Einzelhandel

Künstliche Intelligenz und Datenanalysen sind zwei der Top Trends in der Geschäftswelt von heute. Das gilt auch für den Einzelhandel. 56% aller großen Einzelhändler in Deutschland arbeiten derzeit für mindestens ein Projekt mit künstlicher Intelligenz. Die zwei beliebtesten Anwendungsbereiche sind zum Logistik und Beschaffung. Händler setzen hier auf intelligente Absatzprognosen und Vorschläge für Bestellungen. Auch im Marketing wird immer stärker datengetrieben gearbeitet.

Gleichzeitig bleibt ein Großteil des Datenpotentials in Geschäften ungenutzt, obwohl es sowohl zur Unterstützung dieser Projekte als auch für andere Anwendungsfälle einen Mehrwert bieten würde.

Nahezu alle Einzelhandelsgeschäfte sind mehr oder weniger flächendeckend mit Kameras ausgestattet. Bereits 2015 gaben 83% aller Händler im Rahmen einer Studie des EHI an, dass sie Kameras in ihren Märkten einsetzen würden. (33,7 % in allen Geschäften und 55,2 % in ausgewählten Geschäften).

Dennoch gaben 2021 im Rahmen einer Erhebung im Rahmen einer Veranstaltung mit Vertretern der Revisionsabteilungen von Deutschlands größten Einzelhändlern nur 4% der Teilnehmer an, die Daten, die ihre Videoüberwachungssysteme liefern mittels künstlicher Intelligenz auszuwerten.

Die größte Hürde ist hier sicherlich der Datenschutz. Deutsche Firmen sind sowohl rechtlich als auch moralisch zu Recht skeptisch, was die Verarbeitung personenbezogener Daten angeht. Aber auch und gerade ohne die Erkennung von Personen sind viele Mehrwerte zu generieren.

  1. Lagerlogistik

Ist eigentlich noch Platz im Lager? Diese Frage kann vor Ort meist einfach beantwortet werden und auch eine gut geführte Liste im ERP System macht die Antwort scheinbar einfach. Doch Realitäten sehen oft anders aus und es ist nicht immer jemand vor Ort, um eben schnell nachzusehen. Die Überprüfung, ob ein Lagerplatz frei ist, ist für einen Computer eine der einfachsten Aufgaben und die Informationen können allen relevanten Personen im Unternehmen problemlos zugänglich gemacht werden.

2 Kundenlaufanalysen

Der Kundenlauf ist ein zentrales Thema für jeden Händler. Eine verkaufspsychologisch optimale Warenplatzierung ist nur möglich, wenn klar ist, welche Laufwege Kunden üblicherweise wählen. Um die Bewegungen von Kunden und ihre Verweildauer vor Regalen besser nachvollziehen zu können, reicht eine einfache Heatmap. Um die zu erstellen, ist die Identität der Kunden völlig irrelevant und es müssen nicht einmal Daten gespeichert werden

3 Diebstahlprävention

Der Hauptgrund, wegen dem überhaupt Kameras in Einzelhandelsgeschäften installiert werden. Auch hierfür setzen nur 4% der deutschen Einzelhändler auf intelligente Systeme. Smarte Kameras sind in der Lage ungewöhnliche Regalentnahmen zu erkennen, verdächtig Kundenbewegungen zu identifizieren und so das Sicherheitspersonal zu unterstützen. Durch automatische freundliche Hinweise kann auf unbeabsichtigtes Fehlverhalten reagiert werden.

4 Self-Checkout

Der eine Use-Case, über den alle sprechen. Von der Erkennung einzelner Produkte an stationären Terminals, über mit Videosensoren ausgestatte Einkaufswagen bis hin zum vollständig autonomen Store, suchen alle fieberhaft nach einer Lösung die ein Einkaufen mit weniger Serviceaufwand ermöglicht. Der große Knackpunkt hierfür sind die Kosten für den Livebetrieb. Ob und wie profitabel autonome Stores sein werden, muss sich zeigen. Doch auch vor der vollständigen Autonomie kann das Einkaufserlebnis an Self-Checkout Kassen mit Kameradaten verbessert werden. Ein möglicher Anwendungsfall ist die Erkennung von Bedienfehlern durch Kunden. Viele andere sind denkbar.

Kontaktieren Sie uns, um das Potential intelligenter Kameras für Ihr Geschäft zu diskutieren.

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